Über Sylt

 

Orte

Zwölf Ortschaften gibt es auf Sylt. Die meisten davon bilden seit 2009 die Gemeinde Sylt. Eine kurze Auswahl der wichtigsten Orte:

  • Westerland Haupt-Ort der Insel ist das Heilbad Westerland mit ca. 10000 Einwohnern. In Westerland befinden sich Deutschlands nördlichster Bahnhof, eine Strandpromenade, die Flaniermeile Friedrichstraße, ein Spielkasino, das Freizeitbad „Sylter Welle“, Kinos, Diskotheken und vieles mehr.
  • Tinnum Direkt an Westerland schließt sich im Osten der Ortsteil Tinnum an, wo eines der ältesten Häuser Sylts (1649 erbaut) und die Tinnum Burg – ein alter Ringwall aus der Vorwikingerzeit mit einem Durchmesser von 120 Metern – zu finden sind. Außerdem gibt es hier den einzigen Tierpark Sylts.
  • Keitum Keitum ist das grüne Herz der Insel. Hier finden sich viele alte Friesenhäuser, Hünengräber, die Sankt-Severin-Kirche aus dem 13. Jahrhundert sowie das Altfriesische Haus und das Sylter Heimatmuseum mit Funden aus der Zeit der Wikinger. Brauchtum wird hier – wie in Archsum und Morsum – noch groß geschrieben.
  • Morsum Morsum ist eine weit gestreute friesische Siedlung mit einigen schönen alten Bauernhäusern. Hier befindet sich die 1200 erbaute Kirche Sankt Martin mit freistehendem Glockenturm. Außerdem lohnt es sich, das fünfzehn Meter hohe Morsum-Kliff zu besichtigen, dessen schräggestellte Schichten ein Zeugnis vieler Millionen Jahre Erdgeschichte sind. Ebenso sehenswert ist Nösse – der östlichste Zipfel der Insel, von dem aus man die Fahrt der Züge über den Hindenburgdamm beobachten kann.
  • Kampen Kampen ist das Prominentenbad, wie die meisten wohl schon aus zahlreichen Fernsehreportagen wissen. Hier kann man die 53 m hohe Uwe-Düne (benannt nach dem in Keitum geborenen Freiheitskämpfer Uwe Jens Lornsen) und das Rote Kliff (die steile, lehmige Abbruchkante der Geest) bewundern und danach VIPs im „Pony“ oder „Gogärtchen“ treffen.
  • Wenningstedt Wenningstedt bietet eine schöne Heidelandschaft, das 4000 Jahre alte Hünengrab Denghoog sowie einen idyllischen Dorfteich und hat 1500 Einwohner.
  • List Der Lister Ellenbogen – die Nordkante Sylts (seit 1923 unter Naturschutz) – und die einzigartige unberührte Dünenlandschaft bieten ein beliebtes Ausflugsziel. Viele wollen den Wanderdünen, die immerhin bis zu sechs Meter im Jahr zurücklegen, beim Wandern zusehen. Außerdem hat List einen Hafen, von dem aus die Autofähre nach Dänemark fährt.
  • Rantum Das Mineralwasser „Sylt-Quelle“ stammt aus dem kleinen und idyllischen Ort Rantum. Die Breite der Insel beträgt hier nur ca. 800 Meter. In Rantum gibt es einen Hafen und das 560 Hektar große Vogelschutzgebiet Rantum-Becken, das einst als Wasserflughafen dienen sollte.
  • Hörnum Der südlichste Ort der Insel ist Hörnum, der auch wegen des Hafens oft angefahren wird. Von hier aus starten Fähren zu den anderen Nordfriesischen Inseln und zu den Halligen. Außerdem bietet Hörnum die Möglichkeit, einen angenehmen Spaziergang um die Südspitze zu unternehmen, um das Meer an drei Seiten der Insel zu sehen.

 

Landschaft

Das, was Sylt im Gegensatz zu anderen Inseln auszeichnet, ist seine landschaftliche Vielfalt. Denn Sylt verfügt nicht – wie viele denken – ausschließlich über Wasser, Strand und Dünen. Vielmehr zieren auch Heide, Kliffs, Felder und Wiesen das Landschaftsbild. Und die kleinen Wäldchen in den Dörfern bergen Romantik pur. Dieses reichhaltige Angebot der Natur lockt viele Erholungssuchende auf die Insel.

 

Klima

Sylt ist zu jeder Jahreszeit schön und vor allen Dingen erholsam.

Im Sommer wartet die Insel mit hohen Temperaturen und Sonne auf, wobei es wegen der ständig vorhandenen leichten Brise nie zu warm wird. Und nach einem ausgedehnten Sonnenbad bringt ein Sprung in die salzige Nordsee schnell Erfrischung.

Sylt ist nicht nur für einen Sommerurlaub geeignet, sondern bietet gerade im Herbst eine besonders gesunde salzige Luft. Die steife Nord-West-Brise der häufigen Stürme ist besonders erholsam für Asthmatiker. Nebenbei lehrt das an einem Sturmtag wilde Meer den Respekt vor seiner Gewalt.

Der Winter ist auf Sylt milder als anderswo, was nicht bedeutet, dass auf Sylt kein Schnee fällt. Ein märchenhaft romantisches Bild liefern alte Bauernhäuser und schöne Landschaften unter einem Hauch von Weiß an einem echten Wintertag.

Was man über den April sagt, gilt auf Sylt eigentlich für den gesamten Frühling: Das Wetter macht, was es will! Zu dieser Zeit ist ein rauer Sturmtag genauso wahrscheinlich wie sommerliche Temperaturen. Und wem zwölf Grad Wassertemperatur nicht zu wenig sind, der kann auch schon im April im Meer baden gehen.

 

Geschichte

Sylt ist die nördlichste und auch am weitesten nach Westen reichende Insel der Nordfriesischen Inseln. Sie gehörte früher einmal – wie auch ein großer Teil Schleswig-Holsteins – zu Dänemark.

Heute ist die dänische Vergangenheit der Insel immer noch erkennbar an den dänischen Kindergärten und Schulen in Keitum und Westerland.

Aber auch der Name unserer Insel hat eventuell dänische Herkunft: „Sild“ ist das dänische Wort für Hering. Neben dieser möglichen Entstehung des Namens „Sylt“ gibt es noch eine andere Version, die eine Entwicklung aus dem altfriesischen „Silendi“ (übersetzt: Seeland) für möglich hält.

 

Brauchtum

Vor allem in den Ostdörfern der Insel wird Brauchtum heute noch sehr groß geschrieben.

Hier sprechen viele Einwohner noch das Sylter Friesisch, das nicht – wie viele denken – ein Dialekt der deutschen Sprache ist, sondern der Gruppe der westgermanischen Sprachen angehört. „Sölring“ ist der Sylter Dialekt des in Nordfriesland gesprochenem Nordfriesisch. Da diese Sprache leider auszusterben droht, haben die Sylter Schüler in der Grundschule Unterricht in Friesisch. Vor allem die „Sölring Foriining“ kümmert sich um den Erhalt der Friesischen Sprache, denn sie hat sich die Brauchtumspflege auf die Fahnen geschrieben.

Der Sylter Verein zum Schutz der Sylter Küste, Landschaft und Kultur sorgt des Weiteren dafür, dass eine große Sylter Trachtengruppe am Leben erhalten wird und alte Friesische Feste wie Biikebrennen und Petritag nicht in Vergessenheit geraten.

Das Jahr für Jahr inselweit gefeierte Biikebrennen ist Tradition aller Friesen auf den nordfriesischen Inseln und dem Festland. Am 21. Februar treffen sich Einwohner und Besucher zum Fackelzug durch den Ort in Richtung Biikeplatz. Nachdem die Biike-Rede gehalten und die Hymne „Üüs Sölring Lön“ gesungen ist, werden die abgebrannten Fackeln in den großen Haufen aus Gestrüpp und alten Weihnachtsbäumen geworfen und die Biike damit entzündet. Zum Brauch gehört auch der Punsch an der Biike und das Grünkohlessen davor oder danach. Um dieses Spektakel mitzuerleben, reisen viele Urlauber im Februar auf die Insel.

Ursprünglich war das Biikebrennen ein heidnisches Ritual zur Vertreibung von bösen Geistern. Später wurden die Sylter Seefahrer mit dem Feuer und dem am darauffolgenden Tag stattfindenden Petritanz verabschiedet. Seit dem 19. Jahrhundert liegt die Bedeutung der Biiken in der Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls.

Am 22. Februar – dem Petritag – steht in jedem Ort Tanz auf dem Programm. Die Schüler und Schülerinnen der Sylter Schulen haben schulfrei und kommen von morgens bis nachmittags in einem der Festsäle zusammen, um zu tanzen und Spaß zu haben. Aber auch für die Erwachsenen findet abends Tanz statt.